Etwas über die Brieftaube und das ganze Drumherum

Die Reisesaison

Saisonverlauf

Der Preisflug: Bei einem Preisflug werden die Tauben mit einem speziell dafür ausgerüsteten Lkw, der Kabinenexpress genannt wird, zu einem Ort, der bis zu mehreren hundert Kilometern von ihrem Heimatort entfernt liegt, transportiert und dort fliegen gelassen. Die Tiere drehen dort einige Runden um sich zu orientieren und fliegen dann zu ihrem Schlag zurück.Bei gutem Wetter und Rückenwind erreichen die schnellsten Tauben Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 100 km/h, bei normalen Windverhältnissen liegen die Spitzengeschwindigkeiten bei Geschwindigkeiten 60 – 70 km/h.Zuhause werden die Tauben registriert. Die Tauben, die die höchsten Geschwindigkeiten erreicht haben, bekommen Punkte. Dabei wird das erste Drittel (also zum Beispiel bei 900 gestarteten Tauben die schnellsten 300) in der Preisliste aufgeführt. Jede Taube, die sich in dieser Liste platziert bekommt einen Punkt, der vom Züchter Preis genannt wird. Zusätzlich bekommt die Taube noch As-Punkte, die sich danach richten, welchen Platz die Taube in der Liste errungen hat. Der Sieger des Fluges bekommt immer 100,00 Punkte, der 2. bekommt ein paar Hundertstel-Punkte weniger und die letzte Preistaube bekommt meist weniger als einen Punkt.Die Preise und As-Punkte zählen für die verschiedenen Meisterschaften und Medaillen, die während der Saison vergeben werden. Das Wertungssystem ist so ähnlich wie in der Fußballbundesliga: Die Preise sind so wie die Punkte, während die As-Punkte wie das Torverhältnis gewertet werden, wenn bei den Preisen Gleichstand herrscht.

Ablauf der Saison: Die Wettflugsaison ist aufgeteilt in zwei Teile: von Anfang Mai bis Ende Juli finden die Preisflüge für die Alttauben statt, von Anfang August bis Mitte September für die Jungtauben.Vor dem ersten Preisflug finden jeweils noch zwei bis drei Vorflüge statt. Dazu werden die Tauben mit dem Kabinenexpress in einer kurzen Entfernung, meist zwischen 50 und 100 km, gestartet. Diese Flüge sind dienen als Training für die Tauben, es wird keine Preisliste erstellt.Die ersten Preisflüge sind noch relativ kurz, bei den Alttauben wird meist mit einem Flug zwischen 150 und 200 km begonnen. Im Verlauf der Saison wird die Entfernung langsam gesteigert. Der letzte Flug der Alttiersaison, der Endflug, ist in der Regel der längste mit bis zu 700 km.
Die Jungtierreise geht über Flüge von 100 bis 300 km.

Saisonvorbereitungen: Schon lange vor der Saison muss der Züchter damit beginnen seinen Schlag, seine Tauben und sich selbst auf die bevorstehenden Flüge vorzubereiten. Damit sollte er möglichst schon im Winter beginnen, damit er genug Zeit hat, eventuell nötige Veränderungen zum Beispiel am Schlag vorzunehmen.
Hier nur eine kleine Auswahl der Fragen, die man sich früh genug stellen sollte:

  • Welche Tauben sollen an den Flügen teilnehmen?
  • Wie viele Flüge möchtest du schicken?
  • Nach welcher Methode willst du die Tauben vorbereiten? (Eine kleine Entscheidungshilfe findest du weiter unten.)
  • Kannst du auf deinen Schlägen die ausgesuchte Methode durchführen oder musst du noch Veränderungen vornehmen?
  • Wie möchtest du die Tauben füttern?
  • Deine Reisemannschaft muss regelmäßig versorgt werden und Freiflug bekommen. Zu welcher Tageszeit hast du jeden Tag die meiste Zeit dafür?
  • Wer kann deine Tauben versorgen, wenn du mal keine Zeit hast (Arzttermin, Familienfeier, Klassenfahrt etc.)? Kannst du trotzdem weiter am Reisen teilnehmen oder musst du die Saison dann unterbrechen oder beenden?
  • Sind deine Tauben gesund und fit für die Flüge? Wie soll die Gesundheitskontrolle während der Saison aussehen?
    usw.

Impfung: Züchter, die am Reisen teilnehmen, müssen alle Tauben ihres Bestandes vom Tierarzt gegen das Paramyxovirus impfen lassen. Die Alttauben impft man am besten schon im Winter bevor das Brutgeschäft beginnt. Die Jungtauben sollte man impfen, wenn die letzten Jungtiere abgesetzt sind, auf jeden Fall aber bevor man beginnt, sie zu trainieren.Sowohl vor der Alttier- als auch vor der Jungtierreise muss bei der RV eine Bescheinigung des Tierarztes abgegeben werden, dass der gesamte Bestand gegen die ParamyxovirusInfektion geimpft ist.

Kennzeichnung der Tauben: Seit 2002 muss jede Taube, die auf einen Vor- oder Preisflug eingesetzt wird, mit der Telefonnummer des Besitzers gekennzeichnet sein, um die Meldung an den Besitzer zu erleichtern, sollte die Taube auf einem Flug ausbleiben.Wenn man ein elektronisches Konstatiersystem benutzt, tragen alle Tauben der Reisemannschaft einen Konstatierring, auf dem man einen Aufkleber kleben kann. So ist die Telefonnummer auch für Nicht-Taubenzüchter leicht zu erkennen.Die Taube kann auch mit einem Stempel in die großen Schwungfedern gekennzeichnet werden. Das hat aber den Nachteil, dass die Telefonnummer oft völlig unleserlich ist. Von Nicht-Taubenzüchtern wird sie meistens übersehen und beim Mausern der Feder geht sie verloren.

Das Training: Um die Tauben auf die vor ihnen liegenden Aufgaben einzustellen, müssen sie vorher trainiert werden. Obwohl die meisten Alttauben ja schon in den Jahren zuvor an vielen Preisflügen teilgenommen haben und „wissen“, worum es geht, wenn sie eingesetzt werden, sollte man ihnen ein wenig unter die Flügel greifen, indem man sie vor der Saison einige Male mit dem Auto 10 bis 30 km weit weg bringt und sie dort auflässt.Bei der Wahl des Auflassortes sollte man ein größeres freies Feld oder eine Wiese aussuchen, damit die Tauben genug Platz zum starten haben. Außerdem sollte man ausreichend Abstand zu Gefahrenquellen wie Weidezäunen, Hochspannungsleitungen oder viel befahrenen Straßen halten.Die Trainingsflüge sollten alle ungefähr aus derselben Himmelsrichtung gestartet werden, und zwar aus der Richtung, aus der sie später auch bei den Wettflügen der Reisevereinigungen heimkehren müssen.Besonders wichtig beim Trainieren ist, dass das Wetter einigermaßen gut ist. Das bedeutet, das es nicht regnet, der Himmel nicht komplett von Wolken bedeckt ist, der Wind nicht zu stark ist und vor allem klare Sicht herrscht. Diesiges, dunstiges Wetter kann auch bei blauem Himmel und warmen Temperaturen zu großen Problemen für die Tauben.Einige Besonderheiten zum Training der Jungtauben findest du im Kapitel Jahresablauf.

Methoden: Um die Tauben während der Saison zu versorgen und sie auf die Preisflüge vorzubereiten, gibt es verschiedene Methoden. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, über die man nachdenken sollte, bevor man sich für eine entscheidet:

Das Spiel vom Nest: Die Tauben behalten während der Saison ihren normalen Brutzyklus bei, das heißt sie legen Eier, brüten und versorgen Jungtiere.

Vorteil: Die Tauben werden natürlich gehalten und man kann auch aus den Reisetauben genügend Jungtiere für sich selbst züchten. Ein zusätzlicher Zuchtschlag ist also überflüssig.Die Tauben sind bei unterschiedlichen Nestständen besonders motiviert (viele Weibchen z.B. wenn sie kleine Jungtiere haben, Vögel besonders kurz bevor ihr Weibchen Eier legen muss), so dass man immer wieder Tauben hat, die für ein Spitzenergebnis gut sind. Es erfordert viel Beobachtungsgabe, genau die Tauben herauszufinden, die gerade in Topform sind, darum wird dieses System von einigen Züchtern als gutes System zum lernen angesehen.

Nachteil: Durch Wettflüge und Brutgeschäft, besonders Eiablage und Jungtieraufzucht, werden sie Tauben doppelt belastet. Dadurch und durch die Formschwankungen im Verlauf des Brutzyklus, ist es unmöglich, die Tauben längere Zeit in einer guten Flugkondition zu halten. Gegen einen Witwer ist eine Nesttaube über die gesamte Saison gesehen in der Regel chancenlos, weswegen das Spiel vom Nest heute auch kaum noch angewendet wird.

„klassische“ Witwerschaft :Die Reisetauben werden vor der Saison angepaart und jedes Paar züchtet 1 oder 2 Jungtiere.Während der Reisesaison sind die Paare dann getrennt. Kurz vor dem Einsetzen zum Preisflug werden sie für einige Minuten zusammengelassen. Wenn beide Partner kuschelnd in der Nistschale liegen, wird ein Partner, meistens der Vogel, eingekorbt. Der andere bleibt zuhause. Durch die Freude darüber, sein Weibchen gesehen zu haben, ist der Vogel nun besonders motiviert, schnell nach Hause zu kommen. Nach der Rückkehr vom Flug bleiben die Partner dann noch einige Stunden zusammen, bevor sie wieder bis zum nächsten Wochenende getrennt werden.

Vorteil: Die Tauben haben keine zusätzliche Belastung, diese Methode ist für die Tauben schonender. Sie unterliegen auch keinen Formschwankungen durch das Brutgeschäft. Durch das Wiedersehen mit ihrem Partner vor dem Flug sind sie auch auf jedem Flug wieder motiviert.

Nachteil: Man kann vor der Saison nur wenige Jungtiere aus den Reisetauben züchten, so dass man meistens noch Zuchttauben benötigt, um genügend Nachwuchs zu bekommen.

Während der Saison benötigt man noch einen eigenen Schlag für die Witwerweibchen.

„trockene“ Witwerschaft: Bei dieser Variante der Witwerschaft züchten die Paare vor der Saison gar keine Jungtiere sondern werden nur zweimal angepaart. Die Weibchen legen Eier und nach 6-8 Tagen brüten werden die Paare wieder getrennt. Wichtig ist, dass die Tauben nicht länger brüten, sie ab dem 10. Tag des Brütens auf dem 2. Gelege beginnen, ihre Schwungfedern zu mausern und wenn sie damit schon vor Beginn der Saison beginnen, dann werden viele Reisetauben am Ende nicht mehr einsetzbar sein, weil sie zu große Lücken im Federkleid haben.

Vorteil: Die Tauben haben nicht die Belastung der Jungtieraufzucht und gehen vollkommen ausgeruht in die Saison.

Nachteil: Besonders jährige Tauben benötigen oft erst einmal eine komplette Brut um eine feste Bindung zu ihrem Partner, dem Schlag und der Zelle zu entwickeln.Außerdem kann man so keine Jungtiere aus seinen besten Witwern, kann also gar nichts über ihr Zuchtqualitäten sagen. Um trotzdem genügend Jungtiere züchten zu können, braucht man einen gut besetzten Zuchtschlag.Für die Tauben ist diese Methode unnatürlich. Man sollte den Reisetauben deshalb nach den Flügen im Herbst noch einmal ein Gelege Jungtiere aufziehen lassen, um ihnen noch ein paar Monate lang ein normales „Familienleben“ zu gönnen.

„totale“ Witwerschaft: Bei der totalen Witwerschaft werden nicht nur die Vögel sondern auch die Weibchen geschickt.

Vorteil: Man braucht nicht so viele Tauben auf den Reiseschlägen, weil ja Männchen und Weibchen geschickt werden und die Weibchen nicht wie bei anderen zu Hause bleiben. Durch die Ergebnisse der Weibchen auf den Flügen erkennt der Züchter viel eher, welche die besten sind, aus denen er auch züchten sollte. Bei manchen Spezialisten sind die Weibchen sogar die besseren Flieger als die Vögel.

Nachteil: Manchmal kommt einer der Partner immer sehr viel später vom Flug zurück oder bleibt ganz aus. Der andere wartet dann vergeblich auf ihn und verliert deshalb nach und nach die Motivation, schnell nach Hause zu fliegen. Oft kommen Vögel und Weibchen gemeinsam vom Flug zurück. Anstatt sofort in den Schlag zu springen paaren sie sich dann oft auf dem Dach und vergeben wertvolle Minuten im Kampf um die Preise. Da Vögel und Weibchen während der Woche nicht gemeinsam herausgelassen werden können, benötigt man für die totale Witwerschaft sehr viel mehr Zeit, weil beide Geschlechter täglich ihren geregelten Freiflug benötigen und sorgfältig versorgt werden müssen. Ein weiteres Problem sind Weibchen, die sich untereinander Paaren. Sie interessieren sich nicht mehr für ihre Vögel, verlieren ihre Motivation und können manchmal am Wochenende nicht eingesetzt werden weil sie ein Ei legen müssen.

Versorgung: Zur Versorgung der Tauben gehören nicht nur Futter und Wasser, sondern auch vieles mehr wie zum Beispiel der Freiflug und das Reinigen der Schläge. Wichtig ist dabei besonders in der Reisesaison, dass man sich vorher einen Versorgungsplan macht, an dem man sich hält. Das bedeutet, dass die Tauben jeden Tag morgens und abends um die gleiche Uhrzeit Freiflug bekommen und anschließend gefüttert werden. Da man gerade als Jugendlicher nicht viel Zeit hat und oft noch viele andere Termine hat, sollte man sich vorher genau überlegen wann man dazu am besten Zeit hat und wer die Versorgung der Tauben übernehmen kann, wenn man mal verhindert ist.

Freiflug: Die Tauben sollen am Wochenende körperlich topfit an den Start gehen. Darum müssen sie während der Woche regelmäßig Freiflug am Haus erhalten, um ausgiebig trainieren zu können. Besonders wichtig ist dabei, dass bei der Witwerschaft Männchen und Weibchen nicht gemeinsam fliegen dürfen, denn das würde die Motivation am Wochenende zerstören. Es sollten auch keine anderen Tauben (Jungtiere, Zuchttauben) draußen sein. Wenn andere Züchter in der Umgebung wohnen, sollten man sich mit ihnen absprechen, wann die Witwer, wann die Weibchen und wann die anderen Tauben herausgelassen werden, damit sich die eigenen Vögel und Weibchen nicht mit denen des Nachbarn paaren. Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Tauben beim Freiflug immer etwas hungrig sind, damit sie danach auf das Signal des Züchters zügig zum Fressen in den Schlag kommen und sich nicht noch draußen herumtreiben und das Herauslassen der nächsten Gruppe verzögern. Der Plan könnte zum Beispiel in etwa so aussehen: Die Tauben werden morgens sofort nach dem Aufstehen herausgelassen. Du gehst frühstücken und machst dich für den Tag fertig und holst die Tauben dann bevor du zur Schule oder Arbeit gehst, wieder in den Schlag. Abends bekommen die Reisetauben immer um dieselbe Uhrzeit (z.B. von 18 bis 19 Uhr) ein zweites Mal Freiflug.

Futter und Wasser: Die Fütterung sollte ebenfalls regelmäßig zur selben Uhrzeit erfolgen, am besten immer direkt nach dem Freiflug, um die Tauben mit Futter zurück in den Schlag locken zu können. Die Reste, die nicht mehr gefressen werden, werden nach der Fütterung vom Schlag entfernt. Das passiert zum einen, damit die Reisetauben nicht den ganzen Tag über fressen und fett und träge werden, zum anderen damit das Futter nicht verschmutzt wird und zu einer Quelle für die Aufnahme von Krankheitserregern wird. Obwohl das eigentlich selbstverständlich ist, sei noch einmal gesagt, dass die Tauben immer freien Zugang zu Wasser haben müssen und dass die Tränken mindestens einmal am Tag gesäubert und frisch aufgefüllt werden müssen. In allen Fachzeitschriften werden unzählige Futtersorten, Ergänzungsprodukte und Versorgungspläne von Firmen und erfolgreichen Züchtern angeboten. Letztendlich muss sich jeder Züchter sein System, das am besten zu ihm und seinen Tauben passt, selbst zusammenstellen.

Deshalb soll es hier nur darum gehen, worauf man bei der Zusammenstellung seines Versorgungsplans achten sollte:

  • Als Jugendlicher hat man meistens nicht übermäßig viel Geld. Also sollte man darauf achten, dass das Futter nicht zu teuer ist und dass man teure Ergänzungsprodukte auf ein sinnvolles Maß reduziert.
    Gut gepflegte Tauben, die mit einem günstigeren Futter gefüttert werden, werden in der Mehrzahl aller Fälle besser sein als solche, die zwar von allem das teuerste bekommen, aber von ihrem Züchter vernachlässigt werden.
  • Was man als Jugendlicher ebenfalls fast immer zu wenig hat ist Zeit. Also sollte man sich nicht auch noch einen Versorgungsplan aufstellen, für den man täglich stundenlang Gemüse schneiden, Säfte pressen, Tee kochen, Vitaminextrakte abmessen und Tablette eingeben muss. In der Zeit, die man für seine Tauben hat, sollte man sich besser mit den Tieren beschäftigen und ihnen beim Fliegen zuschauen.

Vorbereitung auf den Flug

Welche Tauben werden eingesetzt? Ein Preisflug verlangt jeder Taube eine große körperliche Leistung ab und auch auf die beste Taube warten auf jedem Flug unzählige Gefahren. Darum dürfen nur Tauben eingesetzt werden, die zu so einer Leistung auch in der Lage sind. Tauben, bei denen man Zweifel hat, dass sie vom Flug zurückkehren werden, müssen zuhause bleiben.

Eine Taube, die an einem Preisflug teilnimmt, muss auf jeden Fall …

  • … absolut und gesund körperlich fit sein.
  • … optimal versorgt werden.
  • … motiviert sein, nach Hause zurückzukehren.
  • … für die bevorstehende Entfernung genug Training und Erfahrung gesammelt haben.

Häufige Gründe, eine Taube zuhause zu lassen, sind zum Beispiel:

  • Die Taube ist krank. Sie ist der Belastung, die ein Flug für sie bedeutet nicht gewachsen und wird entweder ausbleiben oder sich mit letzter Kraft nach Hause schleppen. Der Stress wird den Krankheitsverlauf dann noch weiter verschlechtern.
    Das Tier muss stattdessen zu einem Tierarzt gebracht werden. Diagnostiziert er eine ansteckende Krankheit, müssen auch die anderen, noch gesund wirkenden Tauben zuhause bleiben, weil sie bereits infiziert sein können. Ein Flug wäre für sie eine unnütze Belastung und für die Tauben anderer Züchter bestünde im Kabinenexpress die Gefahr der Ansteckung.
  • Für ein Weibchen, das innerhalb der nächsten Tage Eier legen muss wäre durch einen Flug ebenfalls einer Doppelbelastung ausgesetzt. Einige Weibchen landen auf dem Heimflug sogar in fremden Taubenschlägen, um ihr Ei dort zu legen.
    Wie du erkennst, wann eine Täubin legen muss, findest du unter „Jahresablauf“ - „Eiablage“
  • Tauben, die von einem Preisflug nicht am selben Tag zurückgekehrt sind, sondern eine oder mehrere Nächte draußen verbracht haben, benötigen am darauf folgenden Wochenende oft eine Pause. Sie sollten erst wieder eingesetzt werden, wenn sie in der Hand wieder völlig fit wirken und beim Freiflug am Haus genauso unermüdlich trainieren wie ihre Schlaggenossen.
  • Manche Tauben sind für die Anforderungen des geplanten Fluges einfach noch zu jung und unerfahren.
    Jungtiere sollten schon einige Wochen am Haus geflogen sein und mindestens 2 Schwungfedern geworfen haben, bevor man beginnt sie zu trainieren.
    Für jährige Tauben sind die weitesten Flüge des Alttierprogramms, besonders die Flüge über 500 km mit teilweise zwei Tagen Aufenthalt im Kabinenexpress, oft noch zu schwer. Wenn man nicht das Risiko eingehen will, seinen Hoffnungsvollen Nachwuchs zu verlieren, sollte man sie schonen, auch wenn man dadurch vielleicht Preise für die Meisterschaft einbüßt.

Der Jahresablauf

Winterruhe

Trennen der Paare :Um die Tauben während des Winters ruhig zu halten, ist es am sinnvollsten, sie nach Geschlechtern getrennt unterzubringen. Die jungen Vögel kommen jetzt bereits auf ihre zukünftigen Schläge. Die Weibchen werden bei den meisten Züchtern auf dem Jungtierschlag untergebracht.Einen festen Termin für die Trennung der Tauben gibt es nicht. Einige Züchter trennen ihre Tiere bereits Ende September, andere erst im November oder Dezember.

Zellenverteilung: Damit im Frühjahr beim Anpaaren jeder Vogel eine eigene Zelle besitzt und auch verteidigt, ist es wichtig, dass die jungen Vögel bereits zu Beginn der Winterpause Zellen erhalten. Es kommt jedoch oft vor, dass ältere Vögel leerstehende Zellen als Zweitwohnsitze beanspruchen und die noch etwas schüchternen Neuankömmlinge vertreiben. Deshalb sollte man, wenn man die Möglichkeit (d.h. einen geeigneten, leerstehenden Schlag) hat, die alten Vögel für ein oder zwei Wochen von ihrem Schlag nehmen. Ihre Zellen werden dann geschlossen, und die Jungvögel können sich jetzt in aller Ruhe eingewöhnen und die restlichen Zellen unter sich aufteilen.Macht ein alter Vogel einem jungen trotzdem die Zelle streitig, sollte man die beiden abwechselnd in ihre Zellen einsperren, so dass immer nur einer der beiden Streithähne Freiflug hat. Hat der Altvogel Freiflug, sieht er seinen jungen Konkurrenten in der Zelle, kann ihn aber nicht herauswerfen. Ist der alte Knabe eingesperrt, kann der Jungvogel ungestört im Schlag und in seiner Zelle herumturnen. Diese Prozedur muss so lange konsequent durchgezogen werden, bis der Jungvogel seine Zelle alleine gegen den Eindringling verteidigt.

Freiflug in den Wintermonaten: In vielen, besonders in waldreichen Gegenden wird der Freiflug der Tauben ab dem Herbst zu einem echten Problem, denn jetzt finden Greifvögel in der Natur weniger Nahrung und greifen häufiger auch Brieftauben an.Um dieser Gefahr zu begegnen sollte man seine Tauben jetzt nur noch kurz herauslassen. Am besten ist es, die Tiere sofort wieder in den Schlag zu holen, sobald sie wieder auf dem Dach sitzen. Solange die Tauben in der Luft sind hat der Greifvogel eine geringere Chance, sie zu erwischen. Sitzen die Tauben jedoch auf dem Dach, kann sich der Greifvogel hinter Häusern und Bäumen heranpirschen und den Überraschungseffekt ausnutzen. Außerdem sollte man sich nicht an eine bestimmte Zeit für den Freiflug gewöhnen, denn auch der Greifvogel kann sich darauf einstellen. Es ist besser, den Tauben unregelmäßig Freiflug zu geben. In manchen Gegenden ist die Bedrohung durch Habicht und Sperber allerdings so groß, dass auch Vorsichtsmaßnahmen nicht vor Verlusten schützen können. Dann ist es besser, die Tauben den ganzen Winter eingesperrt zu lassen. Besonders in dieser Situation ist eine kleine Voliere nützlich, die die Tauben statt des Freiflug benutzen können. So bekommen sie frische Luft, können die spärlichen Sonnenstrahlen genießen und im Regen baden.
Von den in Deutschland vorkommenden Greifvögeln können der Habicht, der Sperber und der sehr selten gewordene Wanderfalke eine Taube schlagen. Die häufig am Himmel zu sehenden Mäusebussarde und Turmfalken sind keine Gefahr für unsere Tauben. Bussarde sind zu langsam um eine gesunde Taube erlegen zu können, Turmfalken sind dazu zu klein.

Fütterung der Tauben: Zu Beginn der Winterpause werden viele Tauben noch in der Mauser sein. Die Tauben brauchen deshalb jetzt gutes Mauserfutter, viel Mineralien (Grit, Taubenkuchen etc.) und Vitamine. Außerdem ist jetzt häufiges Baden zu empfehlen.Ist die Mauser abgeschlossen, sollte man auf leichtere Wintermischung umstellen, sonst werden die Tauben, besonders wenn sie keinen Freiflug erhalten, zu fett. Ein großer Bestandteil der meisten üblichen Wintermischungen ist deshalb Gerste, denn die enthält weniger Energie als andere Getreide. Außerdem mögen die Tauben sie nicht besonders gerne und fressen deshalb nur, wenn sie auch wirklich Hunger haben.

Sonstiges: Während des Winters ist für den Züchter die beste Zeit, Veränderungen am Schlag vorzunehmen, denn wenn man jetzt in den Schlägen herumwerkelt, stört man die Tauben nicht beim Brutgeschäft oder bei der Vorbereitung auf eine Wettflug.

Anpaaren

Zusammenstellen der Paare: Mit der Planung des Anpaarens sollte man möglichst früh beginnen und „auf dem Papier“ schon einmal die Paare zusammenstellen. So hat man immer noch genügend Zeit, alles noch einmal zu überdenken und Änderungen vorzunehmen. Im Übrigen sollte immer der Grundsatz gelten: die besten Vögel an die besten Weibchen.

Termin

  • Den richtigen Termin zum Anpaaren muss jeder Züchter selber finden. Hierbei spielen folgende Faktoren eine wichtige Rolle:
  • Will ich mit meinen Zuchttauben eine Winterzucht machen?
  • Wie viele Gelege sollen meine Zuchttauben züchten?
  • Will ich aus meinen Witwern Jungtiere züchten oder „trockene Witwerschaft“ (siehe Reisesaison) machen?
  • Will ich Eier oder Jungtiere von meinen Zuchttauben bei den Reisetieren unterlegen?
  • Wann sollen die Reisetauben bereit für die Reisesaison sein?

Und schließlich:

  • Ist das Wetter zum vorgesehenen Termin wirklich warm genug?

Vorbereitung der Tauben: Ein paar Wochen vor dem geplanten Paarungstermin sollte man beginnen, seine Tauben auf das Anpaaren vorzubereiten. Zunächst muss sichergestellt werden, dass die Tauben wirklich gesund sind, denn nur gesunde Tauben legen schnell und ohne Probleme Eier und ziehen gesunde Jungtiere auf.Etwa ein bis zwei Wochen vor dem Anpaaren sollte man dann vom kargen Winterfutter auf Zuchtmischung umstellen. Ältere Tauben könnten zusätzlich noch ein paar Vitamine brauchen.Auf dem Weibchenschlag, muss darauf geachtet werden, dass sich die Weibchen nicht untereinander paaren (kommt besonders bei warmem Wetter und etwas großzügiger Fütterung vor), denn dann wollen sie von ihren Vögeln nichts mehr Wissen und es gibt Probleme beim Anpaaren.

Vorpaaren: Wenn man sicher sein will, dass im Ernstfall alles klappt, sollte man seine Tauben einige Wochen vor dem geplanten Anpaartermin schon einmal für 2 – 3 Tage kurz anpaaren. Man kann dann feststellen, ob die auf dem Papier zusammengestellten Paare auch wirklich zueinander passen und notfalls noch einmal neue Kombinationen ausprobieren.Zudem lernen sich die Partner schon jetzt kennen. Beim wirklichen Anpaaren läuft dann alles viel reibungsloser ab. Die Tauben paaren sich schneller und dadurch fallen die Eier früher und gleichmäßiger.

Ablauf des Anpaarens: Zum Anpaaren gibt man jedem Vogel sein Weibchen in die geschlossene Zellenhälfte. Er kann sie zwar sehen und auch vor ihr auf und ab stolzieren, aber nicht zu ihr. So können sich die Partner erst einmal gegenseitig beäugen. Nach einiger Zeit sperrt man die Paare zusammen in der Zelle ein. Dabei kann es vorkommen, dass der Vogel das Weibchen für einen Eindringling hält und anfängt, sie zu beißen. Wird er zu wild, sollte man das Weibchen wieder für einige Zeit in der Zellenhälfte einsperren und es später wieder versuchen.Wenn alle Paare friedlich beieinander in der Zelle hocken, kann man damit beginnen, die Paare nacheinander frei im Schlag herumlaufen zu lassen. Zuerst lässt man die Paare immer nur einzeln aus ihren Zellen. Dann beginnt man, wenige Paare aus weit voneinander entfernt liegenden Zellen gemeinsam in den Schlag zu lassen. Nach und nach kann man immer mehr Paare gleichzeitig fliegen lassen.Diese Prozedur ist zwar sehr umständlich, denn bis alle Paare ihre Zelle kennen, kann es einige Tage dauern, aber nur so vermeidet man wüste Keilereien mit abgebrochenen Federn und geht sicher, dass sich alle Paare wie geplant zusammenfinden.

Eiablage

Allgemeines: Eine Täubin legt immer zwei Eier, und zwar im Abstand von zwei Tagen. Das erste Ei wird ungefähr am fünften Tag nach dem Anpaaren befruchtet. Gelegt wird das erste Ei wenige Tage später, und zwar immer am späten Nachmittag oder in den frühen Abendstunden. Das zweite Ei fällt zwei Tage später am frühen Nachmittag.Bei relativ warmer Witterung sollte eine gesunde Täubin, die gut versorgt wird und sich rasch gepaart hat, etwa 7 – 12 Tage nach dem Anpaaren ihr erstes Ei legen. Nur bei jährigen Täubinnen, die zum ersten Mal Eier legen, oder bei sehr alten Weibchen darf es schon einmal ein paar Tage länger dauern. Bei alten Täubinnen kann es auch mal passieren, dass sie nur ein Ei legen. Legt jedoch eine Täubin „im besten Alter“ erst nach zwei oder drei Wochen, oder nur ein Ei, so kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sie nicht gesund ist.

Versorgung der Tauben: Da den Weibchen in dieser Zeit besonders viel abverlangt wird, sollte es ihnen nun an nichts mangeln. Besonders wichtig sind in dieser Phase Mineralstoffe in Form von Grit, Taubenkuchen, Futterkalk usw., da die Täubin sie für die Bildung der Eierschale benötigt.Wie erkenne ich, dass eine Täubin legen muss?Links und rechts vom Ende des Brustbeins treten zwei Knochen hervor, die Legebeine. Diese laufen zum Schwanz der Taube hin aufeinander zu und berühren sich am Ende fast. Kurz vor dem legen der Eier stehen sie jedoch immer weit auseinander und die Muskulatur in diesem Bereich wird weicher. Stehen die Enden der Legebeine so weit auseinander, dass man (vorsichtig!) einen Finger dazwischen halten kann, dauert es noch höchstens zwei Tage bis zum Legen des ersten Eis.Eine Täubin in diesem Zustand sollte man auf gar keinen Fall auf einen Flug schicken, da sie dass Ei sonst auf der Reise legen müsste und die erhöhte Gefahr bestünde, dass sie ganz ausbleibt.

Brutphase

Allgemeines: Das eigentliche Brüten beginnt erst mit dem Legen des zweiten Eis. Das erste Ei wird vorher nur halbherzig warmgehalten.Bei den Tauben brüten beide Elternteile abwechselnd. Der Vogel sitzt vom späten Vormittag bis zum frühen Abend auf dem Nest. Den Rest der Zeit übernimmt das Weibchen. Bis zum Schlüpfen der Jungtiere dauert es ca. 17 Tage.

Kontrolle der Eier: Frisch gelegte Eier scheinen, wenn man sie gegen Licht hält, orange durch. Nach einigen Tagen wird das Ei dunkler und man kann erste dünne Äderchen entdecken. Nach spätestens 8 Tagen ist die Farbe des Eis - gegen eine Lampe gehalten - schwarz-blau.Ein Ei das jetzt immer noch unverändert orange erscheint ( im Fachjargon: es ist „klar“ oder „schier“ ) ist nicht befruchtet und es schlüpft kein Jungtier daraus.

Dies kann mehrere Gründe haben:

    Der Vogel ist zu alt und schon unfruchtbar.

    Der Vogel und/oder das Weibchen sind in einer schlechten Verfassung.

    Das Ei ist wenige Tage nach dem Legen kalt geworden und abgefroren.

    Die Eltern sind noch kurz vor dem Anpaaren gegen Paramyxo geimpft worden. Das kann kurzfristige Unfruchtbarkeit hervorrufen.

    Das Paar war zu dem Zeitpunkt als die Eier hätten befruchtet werden müssen in einer zu engen Zelle eingeschlossen und konnte keinen Tretakt durchführen.

Wirkt das Ei jedoch schwarzbraun, oder es riecht sogar äußerst unangenehm, dann ist das Ei faul. Dafür können verschiedene Faktoren verantwortlich sein:

    Das Ei hat einen Riss in der Schale und ist ausgetrocknet. Dann wirkt es sehr leicht.

    Bei der Bildung des Eies im Körper der Mutter oder durch eine undichte Stelle in der Schale sind Krankheitserreger eingedrungen und haben den Embryo abgetötet.

    Das Ei ist kalt geworden, nachdem es schon längere Zeit bebrütet worden war.

Hat man bei einem noch „lebenden“ Ei einen frischen Riss in der Schale entdeckt, ist das Ei oft verloren. Bei Eiern von besonders wichtigen Paaren kann man als „Last minute - Rettungsaktion“ noch versuchen, den Riss mit Tesafilm abzukleben, um das Austrocknen und weiteres Einreißen zu verhindern.

Aufzucht

Schlüpfen: Die Jungtauben schlüpfen etwa 17 Tage nach dem Legen des zweiten Eis. Im Normalfall kommen beide Jungtiere in relativ kurzem Abstand zur Welt. Die ersten paar Tage nach dem Schlüpfen werden die Küken von den Eltern mit einem Schleim, der so genannten Tauben- oder Kropfmilch, versorgt, den die Alttauben in Schleimhautfalten in ihrem Kropf produzieren. Dieser wird später nach und nach durch im Kropf eingeweichtes Körnerfutter ersetzt.

Versorgung der Tauben: Wenn die Alttauben Jungtiere zu versorgen haben, wird ihr Körper erneut enorm belastet. Für Tauben, die im Sommer zur Reisemannschaft gehören sollen, ist es daher besser, wenn sie nur ein Jungtier aufziehen.Den Tauben muss in dieser Zeit immer genügend Futter zur Verfügung stehen. Zudem benötigen die Tiere jetzt außergewöhnlich viel Mineralstoffe, also Grit, Futterkalk etc. Mangelt es während dieser Zeit an der Versorgung der Tauben, kann man das an Macken im Gefieder der Jungtauben sehen Außerdem besteht dann die Gefahr, dass sich die Elterntiere die fehlende Nahrung und Mineralien von den Feldern holen. Dabei können sie sich leicht Krankheiten holen oder an Pestiziden vergiften.

Kontrolle der Jungtauben: Auch wenn man die Alttiere beim Hudern der Jungtiere möglichst wenig stören sollte, muss man hin und wieder die Jungtiere kontrollieren. Nestjunge, die sich nicht richtig entwickeln und deutlich im Wachstum gegenüber anderen, gleichaltrigen Jungtieren zurückbleiben, sollte man genau beobachten und ausmerzen, wenn es nicht besser wird. Diese Tiere wurden meist durch Krankheiten so geschwächt, dass sie sich nicht richtig entwickeln und auch später immer “Kümmerer“ bleiben werden, die ein Ansteckungsrisiko für ihre Schlaggenossen darstellen. Tiere, die morgens plötzlich tot in der Nistschale liegen, können (!!) erfroren sein, z.B. weil die Mutter abends noch spät vom Nest gescheucht wurde und im Dunkeln nicht wieder zurück gefunden hat. Darum ist es wichtig, die Tauben besonders in dieser Phase der Aufzucht abends nicht mehr zu stören.

Beringen der Jungtiere: Junge Tauben bekommen bereits als Nestjunge einen geschlossenen Fußring, der sozusagen ihr Personalausweis ist. Dieser so genannte „Verbandsring“ enthält verschiedene Angaben. Das quer gedruckte „DV“ für den Verband deutscher Brieftaubenzüchter. Dann folgt die Nummer des Vereins, dem der Züchter angehört. Die Vereinsnummer ist meistens fünfstellig und beginnt mit einer „0“ oder einem „X“. Das Geburtsjahr der Taube ist wieder quer gedruckt. Als letztes kommt die laufende Nummer innerhalb des Vereins. Die Farbe des Rings wiederholt sich alle 5 Jahre.Der günstigste Zeitpunkt für das Beringen der Jungtiere ist etwa der 6. oder 7. Tag nach dem Schlüpfen. Man zieht den Ring hierzu erst über die drei vorderen Zehen des rechten Fußes, schiebt ihn dann bis knapp unter das Sprunggelenk und zieht dann den hinteren Zeh durch. Ein Anfänger sollte sich diese Prozedur erst ein paar Mal von einem erfahrenen Züchter zeigen lassen, um nicht blutige und gebrochene Zehen zu riskieren. Beringt man eine Taube zu früh, kann es sein, dass der Ring wieder herunterfällt. Wartet man zu lange, ist der Fuß bereits zu groß und man bekommt den Ring nicht mehr darüber. Die Taube ist damit nicht mehr für die Reise zu gebrauchen, da nur Tauben mit Ring zugelassen sind.

Jungtauben

Absetzen der Jungtauben: Die Jungtauben werden von ihren Eltern getrennt und in den Jungtierschlag gesetzt, wenn sie etwa 3 ½ Wochen alt sind. Das Gefieder unter den Flügeln bildet dann eine fast geschlossene Federdecke.

Eingewöhnung auf dem Jungtierschlag: Für die jungen Tauben beginnt nun der „Ernst des Lebens“. Sie müssen nun lernen, sich ohne ihre Eltern selbst zu versorgen. Am Anfang werden sie damit ihre Probleme haben, deshalb sollte man ihnen während der ersten Tage immer Futter anbieten, damit sie sich langsam an das Fressen gewöhnen können. Zu Beginn werden sie ungeschickt im Futter herumstochern und dann mühselig kleinere Körner picken. Große Körner wie Mais, Erbsen oder Bohnen sind jetzt also völlig überflüssig, sie bleiben sowieso liegen.Viele Jungtiere werden nicht gleich das Wasser finden um zu trinken. Durstige Jungtiere erkennt man daran, dass sie auffällig mit den Augen zwinkern. Diese Tierchen sollte man vorsichtig vor die Tränke halten oder setzen und ihren Schnabel behutsam in das Wasser tauchen. Meistens fangen sie dann gierig an zu trinken und lernen sehr schnell, selber die Tränke zu finden.

Erste Flugversuche: Etwa 2 bis 3 Tage nach dem Absetzen kann man die Jungtiere das erste Mal auf den Ausflug setzen. Sie sind nun alt genug, um sich beim noch unbeholfenen Flug zurück auf den Schlagboden nicht mehr zu verletzen. Am ersten Tag werden sie nur sehr kurz nach draußen schauen und sich dann schnell wieder in den Schlag zurückziehen. Später werden sie nach und nach auf dem Dach herumklettern, auf andere Gebäude flattern und nach ein paar Wochen erste Runden um das Haus zu drehen. Von nun an sollte man vorsichtig sein. Wenn die Jungtauben anfangen, auf den Dächern herumzupicken, ist es besser, ihnen nur noch begrenzten Freiflug zu geben, da sie sich beim Fressen von Moos oder ähnlichem immer wieder Krankheiten holen können. Besonders gefährlich ist das Herauslassen der Jungtauben an den Wochenenden während der Reisesaison. Die unerfahrenen Tauben können jetzt leicht von den Schwärmen der durchziehenden Wettflugtauben mitgerissen werden. Leichtsinnig wie sie sind, ziehen sie oft mit diesen Schwärmen mit, bis die Kräfte sie verlassen und finden nicht wieder zu ihrem Heimatschlag zurück. Deshalb sollte man Jungtauben an Flugwochenenden gar nicht oder nur am Abend herauslassen, um zu vermeiden, dass ein großer Teil des hoffnungsvollen Nachwuchses verloren geht.

Erziehen der Jungtauben: Wenn die Jungtauben das Fressen richtig gelernt haben, muss man beginnen sie zu erziehen. Man lässt sie jetzt nur noch hungrig aus dem Schlag heraus und bringt ihnen bei, auf ein bestimmtes Zeichen (z.B. Pfeifen oder Rasseln mit der Futterdose) zur Fütterung in den Schlag zu kommen. Jungtiere, die zu spät hereinkommen, bekommen kein Futter und bleiben hungrig. Nach dem Freiflug am nächsten Tag sind sie bestimmt die ersten. Dieses Training ist ungeheuer wichtig, damit die Tauben schon als „Kinder“ lernen zu gehorchen und auch später bei der Rückkehr vom Wettflug sofort in den Schlag kommen und keine wertvollen Sekunden oder sogar Minuten auf dem Dach verbringen.

Training: Um die Jungtauben auf die Preisflüge vorzubereiten, müssen sie vorher ausgiebig trainiert werden. Man beginnt dies am besten, indem man sie zu einem kurzen Trainingsflug etwa 5 km von ihrem Schlag weg fährt und dann alle gemeinsam auf einem freien Feld herauslässt. Aus dieser Entfernung sollten alle Tiere innerhalb von 5 – 10 Minuten heimgekehrt sein. Wenn sie das gelernt haben, steigert man die Entfernung schrittweise auf 10, 20, 30 km, wenn man Zeit und Lust hat, kann man dann auch bis 50, 60 oder 70 km fahren. Diese Trainingsflüge sollten alle ungefähr aus derselben Himmelsrichtung gestartet werden, und zwar aus der Richtung, aus der sie später auch bei den Wettflügen der Reisevereinigungen heimkehren müssen. Besonders wichtig beim Trainieren ist, dass das Wetter einigermaßen gut ist. Das bedeutet, das es nicht regnet, der Himmel nicht komplett von Wolken bedeckt ist, der Wind nicht zu stark ist und vor allem klare Sicht herrscht. Diesiges, dunstiges Wetter kann auch bei blauem Himmel und warmen Temperaturen zu großen Problemen für die Tauben führen. Auch zu heißes Wetter (über 30°C) führt bei den Jungtieren besonders auf den Vor- und Preisflügen, wenn die Tauben im Kabinenexpress transportiert werden, zu großen Verlusten. Außerdem gilt auch jetzt: Jungtaubentraining an Flugwochenenden der Alttauben ist verdammt riskant. Zu guter letzt sollte man darauf achten, dass die Tauben nicht zu jung sind. Jungtiere, die noch nicht die zweite Schwungfeder (siehe Mauser) geworfen haben, sollte man besser noch zu hause lassen.

Sommerzeit: In dieser Zeit herrscht auf allen Schlägen Hochbetrieb. Die Wochenenden werden durch die Wettflüge der Alttiere bestimmt. Alles Wichtige hierzu findest du unter dem Kapitel Reisesaison. Für die Jungtauben beginnt jetzt die Vorbereitung auf ihre Flüge im August und September (siehe Jungtauben Training). Auf dem Zuchtschlag kehrt langsam Ruhe ein. Jungtiere, die nach Anfang Mai aus dem Ei schlüpfen, werden zu Beginn der Jungtierflüge nicht alt genug sein, um daran teilzunehmen. Wenn man eine geeignete Unterbringungsmöglichkeit für die Zuchtweibchen hat, ist es deshalb sinnvoll, die Zuchtpaare jetzt zu trennen, um weitere Zuchten zu vermeiden und den Tieren die Möglichkeit zu geben, sich vom anstrengenden Brutgeschäft zu erholen.

Mauser

Allgemeines: Die Mauser ist der (fast) komplette Wechsel des Federkleids. Sie findet im Prinzip das ganze Jahr über statt, hat ihren Höhepunkt aber im Herbst Die Mauser beginnt im Frühsommer mit dem „Werfen“ (d.h. verlieren) der ersten Handschwinge. Zuerst wird die kleinste Feder geworfen. Hat die neue Feder ca. ¾ ihrer Länge erreicht, fällt die nächst größere. Das Fallen der Schwingen beginnt bei Alttauben meistens, wenn sie auf dem 2. Gelege brüten. Ungefähr zusammen mit dem Werfen der 5. Schwungfeder beginnt die Mauser des Deckgefieders, die nach und nach in die Hauptmauser übergeht. Die Tiere haben dann kahle Köpfe, große Lücken im Schwanz und im Flügel und sehen insgesamt ziemlich gerupft aus. Jungtiere erreichen dieses Stadium der Mauser manchmal schon Anfang August, bei Alttauben, besonders bei Witwern, fallen die Federn erst wesentlich später. Wenn eine Taube am Ende des Jahres nicht alle zehn Schwungfedern ausgewechselt hat oder noch alte Schwanzfedern besitzt, ist das ein Zeichen, dass mit dieser Taube etwas nicht stimmt. Ausnahme: im Spätsommer oder Herbst gezüchtete Jungtauben, die vor einsetzen des Winters nicht mehr genügend Zeit für eine vollständige Mauser haben.

Versorgung der Tauben: Die Tauben brauchen jetzt natürlich besonders gutes Futter (Mausermischung) und enorm viel Mineralien. Auch Vitaminpräparate und Grünfutter wie Salat, Spinat o. ä. helfen den Tauben bei der Erneuerung ihres Federkleids.Wichtig ist für die Tauben jetzt viel frische Luft, Sonne und Möglichkeit zu baden. Zum fliegen sollte man sie dagegen nicht zwingen, denn mit dem halben Flügel fliegt es sich nun einmal schlecht.Auf jeden Fall sollte es den Tauben jetzt an nichts fehlen, schließlich bilden sie jetzt das Werkzeug, mit dem sie im nächsten Jahr auf den Wettflügen antreten sollen.Mit der Gabe von Medikamenten sollte man daher jetzt besonders vorsichtig sein, denn sie können zu Störungen der Mauser führen, besonders Sulfonamide, die bei der Therapie von Kokzidien eingesetzt werden.

Mauserschäden: Trotz bester Pflege kann es immer wieder vorkommen, dass einige Federn nicht ganz fehlerfrei nachwachsen. Meistens handelt es sich hierbei um etwas zackige Ecken an den Enden der Schwungfedern oder kaum sichtbare Linien ( sog. „Wasserzeichen“ oder „Grimale“ ) quer über Schwingen und Schwanzfedern. Diese Macken kommen oft bei Tauben vor, die auf der Reise schwere Flüge zu überstehen hatten oder kurzzeitig außer Form waren. Es handelt sich hierbei meistens um die Schwungfedern, die genau zum Zeitpunkt des Formtiefs gewachsen sind. Im nächsten Jahr werden sie meistens wieder durch fehlerfreie neue ersetzt. Solange nur einzelne Federn weniger Reisetieren betroffen sind, sind diese Fehler auch kein Grund zur Beunruhigung. Kommen solche Mauserschäden jedoch gehäuft und auch bei Tieren vor, die gar nicht gereist wurden, sollte man doch sicherheitshalber kontrollieren, ob nicht irgendwelche Krankheiten versteckt im Bestand stecken. Aber auch schlechte Versorgung oder Medikamente während der Mauser können zu Federschäden führen.

Quelle: http://www.internet-taubenschlag.de/kids/ratgeber/index.htm

Neuzugänge von Torsten Schäffer

Absolut geniale Jungtiersaison 2013!

Klasse statt Masse!
2 As-Tauben innerhalb von 3 Jahren kommen nicht von ungefähr!

05147-06-152
10.As-Vogel BRD 2008
Olympiataube "B" Dortmund 2009
13/13 Preise, bester Vogel der RV und FG

01383-08-152
1. As-Vogel RegV 2010
13/12 Preise in 2010
12/11 Preise in 2011






"

=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=